Aus der Schulchronik


50 Jahre - eine ereignisreiche Zeit!

Am 19. Juli 1965 konnte der neue Schulhausbau am Schulplatz eingeweiht werden. Sieben Lehrkräfte unterrichteten zu dieser Zeit 246 Schüler in den Jahrgangsstufen 1 – 7 unter Leitung von Rektor Müller. Im Jahre 1971 gab es erste Beschwerden des Elternbeirates, da die Klassenstärke der ersten Klasse auf 50 Schüler anwuchs! 1975 wurden die Klassen 5 – 8 in Bernau unterrichtet, gehörten aber verwaltungsmäßig nach Prien. Ab 1978 gehören zwar die Klassen 5 und 6 noch nach Prien, werden aber in Bernau unterrichtet, teilweise in Notunterkünften im Haus des Gastes.

Im Jahre 1980 wird Bernau zur Grund- und Teilhauptschule I ernannt. Seit dieser Zeit haben wir auch eine eigene Schulsekretärin: Frau Jutta Schütz.

Durch die Gebietsreform 1987 werden die Hittenkirchener Kinder stufenweise bei uns eingegliedert. Ein Anbau wird erforderlich! Am 30. Juni 1989 ist es soweit: Der Neubau der Schule wird mit einem Einweihungsfest und einem „Tag der offenen Tür“ gebührend gefeiert.

Im September 1989 sind die Klassen 1 – 4 erstmals zweizügig, zusammen mit der 5. und 6. Klasse zählt die Schule nun 212 Schüler.

1990 geht Rektor Rudolf Schwaiger in den Ruhestand, ihm folgt als Schulleiter Peter Ripke.

Von September 1991 mit 239 Schülern und zehn Klassen vergrößern wir uns bis September 1999 auf 317 Schüler und 13 Klassen. Seitdem stagnieren die Zahlen.

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Was brachten die bisherigen 44 Jahre?

Vier Rektoren, drei Konrektoren, zwei Hausmeister und 80 Lehrkräfte, die mit unterschiedlicher Dienstzeit als Auszubildende, Aushilfen oder Stammmannschaft an unserer Schule tätig waren und sind.

Diese 44 Jahre waren geprägt von einer abwechslungsreichen Schultätigkeit, in der nicht nur das Lernen im Vordergrund stand, nein – aktives Schulleben war gefragt: Skifahren – Schwimmen – Ausstellungen – Tage der offenen Tür – Nikolausbesuche – Weihnachtsspielabende – Plätzchenbacken – Tauschmarkt – Malwettbewerbe – Theaterbesuche – Sport- und Spieltage – Stallweihnacht in Bad Reichenhall – Ausflüge und heimatkundliche Wanderungen – Schullandheimaufenthalte im Altmühltal und im Bayerischen Wald …

Die Schulleiter seit 1965:

Karl Müller 1959 – 1969
Josef Kottermair 1969 – 1973
Rudolf Schwaiger 1973 – 1990
Peter Ripke 1990 – 2005
Wolfgang Prechter 2005 – 2010
Petra Henz seit 2010

Die Konrektoren seit 1979:

Josef Bacher 1979 – 1985
Lieselotte Frank 1985 – 1989
Anneliese Wicha 1989 – 2006
Petra Henz 2006 – 2010
Petra Matthes seit 2011

Die vier alten Steinfiguren

Die vier alten Steinfiguren, die über dem Pausenhof der Bernauer Schule thronen, haben eine bewegte Geschichte hinter sich. Ursprünglich standen sie in München vor der Staatsbibliothek, die von König Ludwig I in Auftrag gegeben wurde. Aber wie kamen sie nach Bernau? Die Originale stehen nämlich bei uns, in München befinden sich nur Kopien!

Wir zitieren im Folgenden aus dem Bibliotheksmagazin (Ausgabe 2/2009):

Bei mehreren Luftangriffen ab März 1943 wurde das Gebäude zu 85% zerstört. Auch der Haupteingang mit der Freitreppe wurde stark beschädigt, ebenso waren die Statuen betroffen, die man daraufhin entfernte und in einem der Innenhöfe abstellte. Von hier aus konnten sie bis zur Mitte der 1960er Jahre den schrittweisen Wiederaufbau der Bayerischen Staatsbibliothek beobachten. Zur 400-Jahrfeier wurde 1958 das sehr puristisch wieder hergestellte Treppenhaus eröffnet. 1966 erfolgte die Einweihung des Erweiterungsbaus. In diesem Jahr wurden auch die vier Steinfiguren auf der Freitreppe wieder aufgestellt. Allerdings nicht die Originale, sondern Nachbildungen der Münchner Bildhauer Hans Vogel (Thukydides), Elmar Dietz (Homer), Roland von Bohr (Aristoteles) und Karl Krohe (Hippokrates).

Die originalen Figuren hatten sich bereits im Sommer 1965 per Lastwagen nach Bernau am Chiemsee aufgemacht. Auf Initiative des dortigen Bürgermeisters Dr. Hugo Decker, eines begeisterten Philhellenen, erreichte es die Gemeinde, dass ihr die Figuren überlassen wurden.

Sie konnte mit dem Freistaat Bayern als Eigentümer einen Dauerleihvertrag abschließen. Transport und Aufstellung erfolgen mit Hilfe des amerikanischen Kommandanten des Rasthauses Bernau, der dafür kostenlos einen Kran der US-Army zur Verfügung stellte.

Zur Eröffnung des neuen Schulhauses im Juli 1965 waren die Figuren bereits aufgestellt, denn beim anschließenden Tag der offenen Tür erklang ein Standkonzert der Bernauer Musikkapelle „vor der Runde der würdigen weisen Griechen-Skulpturen, die auf Sockeln vor einer schönen Baumgruppe endlich ihren verdienten Ruhesitz gefunden hatten“. (Chiemgau-Zeitung, 20.7.1965)

Auch heute noch thronen sie im Halbrund in einer Gartenanlage der Volksschule von Bernau, vor ihnen eine Wiese mit einem kleinen Weiher. Nach einer fachmännischen Restaurierung im Jahr 1989 haben sie inzwischen etwas Moos angesetzt und tragen jeweils ein Messingschild mit ihrem Namen und einer kurzen Erklärung zur Person. Im Laufe der Zeit mussten sich die Münchner „vier Heiligen Drei Könige“ allerdings an die veränderten Witterungsverhältnisse in der unmittelbaren Nähe der bayerischen Berge anpassen und so wurden aus ihnen die „vier Eisheiligen“, wie man die in Bernau nennt.“

Autorin: Beate Ofczarek

Journalistin, schreibt für die Bayerische Staatsbibliothek

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Die vier alten Steinfiguren, die über dem Pausenhof der Bernauer Schule thronen.