Intensivierung


Soziales Lernen durch Trainings Tools

Ein Pfeiler des Schulprofils der Grundschule Bernau ist das soziale Lernen. Jedes Kind ist geprägt durch seine Familie und die dort vorherrschende Erziehung. In der Klasse treffen daher Schüler mit den unterschiedlichsten sozialen Verhaltensweisen aufeinander. Dies kann deshalb manchmal auch zu Konflikten führen und die Klassenatmosphäre, welche Grundlage für gelingendes Lehren und Lernen ist, beeinträchtigen.

Daher setzen wir an der Grundschule Bernau seit Neuestem zusätzlich zu Kontaktübungen, Patenschaften, kooperativen Lernformen, Schulversammlungen etc. speziell auf das „Team“ ausgerichtete Trainings Tools ein.

Manche halten auf Kooperation ausgerichtete Trainings Tools für Spiele. In Wirklichkeit sind sie Gruppenaktivierer, systemische Zauberwerkzeuge, Abwechslungsgeneratoren, Diagnose-werkzeuge … und natürlich erschaffen sie meist durch Kommunikation und Gruppendynamik geprägte Lernsituationen im Team.

Wir setzen sie daher in der Klasse in unterschiedlichen Situationen ein, zum Beispiel als Aufgabe zur Teambildung, als Werkzeug für Persönlichkeitsentwicklung oder als Interventionsmaßnahme. Den Kindern bereiten diese Teamspiele neben einem im Vordergrund stehenden Ziel Freude, da man nur zusammen zu einem befriedigenden Ergebnis kommt und Emotionen beim Lernen gezeigt werden können und dürfen.

Ein Beispiel aus der Vielzahl dieser Tools ist das Team². Nur durch effektive Kooperation wird die Aufgabe lösbar. Aufgabe hier ist es, unterschiedlich geformte Teile zu Quadraten zusammenzufügen. Der Arbeitsauftrag wird nach bestimmten Regelvorgaben durchgeführt und ist erst erfüllt, wenn jeder einzelne Schüler vor sich ein gleichgroßes Quadrat auf der Tischplatte liegen hat. Dazu ist echter Teamgeist nötig: Für einzelne Quadrate kann es mehrere Lösungsmöglichkeiten geben, die gesamte Aufgabe ist aber tatsächlich nur durch eine einzig mögliche Kombination der Teile lösbar. Darum können einige Kinder ihre Quadrate nur vervollständigen, wenn andere bereit sind, ihre bereits fertig gestellten wieder aufzulösen, um die dringend benötigten Teile auszutauschen. Die Botschaft an die Gruppe ist deutlich: Hier liegt der Schwerpunkt der Aufgabe darin, das Ziel des Einzelnen dem Teamerfolg unterzuordnen.

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Ein weiteres Beispiel ist die Pipeline. Die Gruppe erhält die Aufgabe, eine Kugel über eine bestimmte Strecke hinweg zu einem vereinbarten Zielpunkt zu transportieren. Die Kugel darf dabei jedoch nicht berührt werden; als Transportmittel dient die Pipeline, ein System von halbierten Kunststoffröhren, die nur nach bestimmten, vorher vereinbarten Regeln von den Kindern verwendet werden dürfen. Bei dieser schnellen, stark aktivierenden, sportlichen Aufgabe führen Organisation, Kommunikation und Koordination innerhalb der Gruppe zum Erfolg.

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Ein positiver Nebeneffekt bei diesen Teamaufgaben ist, gemeinsam Spaß zu haben und zusammen ein Ziel zu meistern; eine gute Basis für eine gelingende Unterrichtsarbeit in einer gestärkten Klassengemeinschaft.
Juni 2016